Hartz4-Empfänger sollen Ratten jagen – Lauf Merkel, lauf!

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© tutto62 / PIXELIO

Der  FDP-Fraktionsvize im Berliner Abgeordnetenhaus, Henner Schmidt hat eine Idee:

Berliner Hartz4-Empfänger sollen Ihr Monatseinkommen erhöhen, indem sie Ratten jagen. Dafür erhielten sie pro abgelieferter Ratte einen Euro.

Herr H. Schmidt findet das besser, als Pfandflaschen zu sammeln, denn dadurch würde auch das Rattenproblem in Berlin gemindert werden.

Seitdem Henner Schmidt seine Idee zum Besten gegeben hat, laufen Sozialverbände Sturm gegen diese doch vermeintlich menschenverachtende Äußerung.

Ich sage HALT! Lassen Sie uns doch diesen Vorschlag mal genauer durch den Kopf gehen und aus der Not eine Tugend machen!

Es gab schonmal einen sehr klugen Politiker, gewiss vor langer Zeit und in einem fernen Land. Es war in Indien während der britischen Besatzung.

Ein britischer Gouverneur empfand die Anzahl derer, die durch Bisse einer Kobra umkamen für viel zu hoch. Er setzte ein Kopfgeld für jede abgelieferte Kobra aus und siehe da, die Kopfgelder flossen zahlreich. Jedoch nahm die Anzahl der Toten durch Kobras kurioserweise weiterhin zu.

Dieses Dilemma, hohe Kopfprämien und weiterhin hohe Sterbezahlen, nennt man seitdem „Kobraeffekt“!

Die Inder waren insofern recht schlau, dass sie begannen, die Schlangen zu züchten und gegen Kopfprämie abzuliefern. Es verwundert dann auch nicht, dass durch vermehrten Kontakt mit den giftigen Tieren umso mehr Menschen daran gestorben sind.

Ich kann daher nur empfehlen, diese Idee umzusetzen, denn im Gegensatz zur Kobrazucht ist die Rattenzucht recht ungefährlich und v. a. sehr einträglich.

Ratten sind sehr fruchtbare Tiere. Bereits im Alter von etwa sechs Wochen tritt bei ihnen die Geschlechtsreife ein. Domestizierte Rattenweibchen können allerdings schon mit 5 Wochen geschlechtsreif sein.

Im Jahr hochgerechnet kommt ein freilebendes Rattenweibchen auf bis zu sechs oder acht Würfe, der Durchschnitt liegt bei vier. Die Jungen (pro Wurf etwa fünf bis achtzehn) kommen meist in den Monaten März und April, sowie im Spätsommer (September) zur Welt.

Also beenden wir doch bitte den Sturmlauf gegen den FDP-Hansel und setzen dies um, sonst kommt noch einer auf die Idee eine Kopfprämie in Höhe von 10,- € auf jeden Politiker auszuloben. Die vermehren sich zwar nicht ganz so schnell, aber sie ähneln einer Hydra. Schlägt man einen Kopf ab, wachsen zwei nach.

Und die Sache heißt doch immerhin Kopfprämie, oder?

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Literatur zum Thema

5 Kommentare

  1. am 18. Dezember 2008 um 10:05 1 migrating

    Meiner Meinung nach ist dies die rechtlich zulässige Form, seine Verachtung gegenüber einer sozial schwachen Bevölkerungsgruppe zum Ausdruck zu bringen. Jedenfalls erinnert mich das Thema Ratten an den Artikel Mäuseturm:

    http://hartgeld.com/filesadmin.....seturm.pdf

  2. am 18. Dezember 2008 um 16:25 2 nochwahrer

    Wollen wir bei der Wahrheit bleiben?

    Von Hartz IV-Empfänger hat Herr Schmidt nirgendwo was gesagt … das wird nur überall dazugedichtet … auch HIER!

  3. am 18. Dezember 2008 um 16:44 3 Amadeus

    @nochwahrer

    Danke für den konstruktiven Hinweis! Es ist scheinbar so, daß Herr Schmidt explizit :
    “Vor allem Leute, die sonst Flaschen sammeln“ meinte.
    In der Tat sind das nicht ausnahmslos Hartz4 Empfänger, denn manche Obdachlose die Flaschen sammeln erhalten nicht mal die Grundsicherung, insofern wurde der Artikel
    schon abgemildert indem nur Hartz4 Empfänger erwähnt wurden. Desweiteren ist auf der Homepage von H. Schmidt
    kräftig nachgebessert worden, jetzt heißt es :

    “Es liegt deshalb nahe, zu überlegen, ob man Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit gibt, sich freiwillig an Gegenmaßnahmen gegen die Ratten zu beteiligen und entsprechende Maßnahmen zu organisieren. Die Teilnahme an den Aktionen ist natürlich freiwillig. ”

    Für den Fall, daß Herr Schmidt dies schon immer gesagt hat, dann frag ich mich wo all die einstweiligen Verfügungen und Richtigstellungen und Verleumdungsklagen sind ?

    Grundsätzlich ist Ihre Einlassung für das Ausnutzen des “Kobraeffekts” absolut irrelevant! Denn ob man Herrn Schmidt’s populistische Kurzsichtigkeit nun freiwillig oder erzwungen “um die Ohren haut” ist total egeal !

    VG
    Amadeus

  4. am 19. Dezember 2008 um 10:08 4 Meinungspirat

    In Berlin sollen Ratten gejagt werden? Na dann: Die fettesten und schädlichsten Ratten befinden sich im “Bundestag”, ähm, “Reichstag”. Wer auch immer diese Jagd nun durchführen soll, möge bitte dort beginnen! :-)

    P.S. “Wahrheit” ist bekanntlich ein sehr dehnbarer Begriff …

  5. am 27. Januar 2009 um 07:39 5 Morpheus

    Nun stellt sich allerdings für alle Leser die Frage, was es nun mehr in Berlin gibt, Ratten oder Politiker? Wäre sicherlich interessant zu wissen, wobei die Aufzucht von Politikern natürlich wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde…

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